Am 12. Oktober feierte der Naturschutzbund (NABU) Biberach im Gemeindehaus der Heilig-Geist-Gemeinde in Birkendorf seinen 111. Geburtstag. Bei der gut besuchten Feier konnte der NABU neben Vertretern aus anderen Umweltschutzorganisationen und interessierten Bürgern auch einige Repräsentanten aus Ämtern und Behörden als Gäste begrüßen. Der 1. Vorsitzende des NABU, Martin Rösler, lieferte in seiner Ansprache eine anschauliche Darstellung der Vereinsgeschichte, von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1903 bis zur heutigen Naturschutzarbeit. Die anschließende Filmpräsentation über die NABU-Gründerin Lina Hähnle erzählte von den Anfängen des ältesten und mit über 540.000 Mitgliedern heute größten Naturschutzvereins Deutschlands. Mit Leckereien vom Grill endete die gesellige Veranstaltung.
In Kooperation mit dem Wochenblatt hatte der NABU Biberach in diesem Sommer zur Meldung von Mehlschwalbennestern aufgerufen. Dadurch wollte der NABU einerseits einen Überblick über die Verbreitung der Mehlschwalbe im Landkreis Biberach erhalten, andererseits auf die Gefährdung der früher so häufigen Vogelart aufmerksam machen. Mehrere Melder von Mehlschwalbennestern wurden mit der NABU-Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet.Für die nächste Brutsaison möchte der NABU Biberach im Frühjahr 2015 an geeigneten Lebensräumen Kunstnester für Mehlschwalben anbringen.
Die Kreissparkasse Biberach hat dem NABU 250,00 € für die Anschaffung der Nester gespendet. Der Verein bedankt sich herzlich bei der Kreissparkasse für diese Unterstützung und freut sich, so einen weiteren Beitrag zum Schutz der Mehlschwalbe leisten zu können.
Einer der Gründe für den starken Rückgang der Mehlschwalbe ist der Mangel an Brutplätzen...
sowie an Lehm zum Bau der Nester. Noch immer werden Nester verbotenerweise von Gebäuden entfernt oder nach Gebäuderenovierungen nicht wieder angebracht. Am modernen, glatten Gebäudeputz können die Vögel häufig ihre Nester nicht mehr befestigen. Eine bewährte Hilfsmaßnahme ist die Anbringung künstlicher Nisthilfen. Solche Kunstnester werden von Mehlschwalben gerne angenommen und können den Verlust von Bruthabitaten kompensieren
Warum fallen Fledermäuse nicht von der Decke? Wie viele Stechmücken fängt eine Fledermaus pro Nacht? Haben Fledermäuse eine Kindergärtnerin? Diese und viele weitere spannende Fragen haben Sonia Müller und Sabine Brandt vom NABU Laupheim den etwa 40 Teilnehmern der Familien-Fledermausführung am 20. September auf dem Gigelberg beantwortet. Mit anschaulichen Erklärungen und Spielen wurden Körperaufbau, Lebensweise und Nahrungserwerb der faszinierenden Säugetiere vermittelt. Die Kinder konnten in die Rolle von Fledermäusen und Nachtfaltern schlüpfen und mit ihrer Pullover-Flughaut Bonbons fangen. Nach einer gemütlichen Grillpause machte sich die Gruppe ausgerüstet mit Fledermaus-Detektoren auf die Suche nach den nächtlichen Insektenjägern. Auf dem Gigelberg und entlang des Ratzengrabens konnten mehrere Fledermäuse bei ihren Beuteflügen belauscht werden. Einzelne Tiere konnten dabei im Schein der Taschenlampen auch bei ihren Flugkünsten beobachtet werden.
Viele heimische Wildkräuter sind uns vertraut, aber doch unbekannt. Einige werden als „Unkraut“ bezeichnet, obwohl sie für zahlreiche Tiere und auch für den Menschen wertvolle Eigenschafteen
besitzen, z.B. als Nahrung, Heil- oder Zierpflanze.
Bei einem gemütlichen Spaziergang durch den Burrenwald erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über die Verwendung von Brennnessel und Co. in der Küche und in der Hausapotheke.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für die vielen Meldungen. Die Plaketten "Schwalbenfreundliches Haus" sowie die ausgelosten Geschenke konnten inzwischen an die Gewinner übergeben
werden.
Der NABU Biberach sucht in Kooperation mit dem Wochenblatt schwalbenfreundliche Häuser !
Wir möchten wissen, wer hat die meisten Schwalbennester?
Sie haben ein Haus, eine Ferienunterkunft, ein Hotel oder anderes Gebäude und dulden Schwalben an Ihren Wänden? Dann mailen Sie bis 31. Mai folgende Angaben an redaktion.bc@wbrv.de oder schicken sie an die WOCHENBLATT Redaktion, Sennhofgasse 7, 88 400 Biberach. Wir brauchen Ihren Namen, Anschrift, Telefonnummer und folgende Infos:
- wo ist das Schwalbennest?
- aus wieviel Nestern besteht die Schwalbenkolonie, wieviele Nester sind bevölkert?
- was für ein Gebäudetyp (Wohnhaus, Büro, Laden, Hotel, Restaurant etc.) liegt vor?
Als Dankeschön verlost der NABU Vogelbestimmungsbücher und Vogeluhren. Es gibt auch die Plakette "Schwalbenfreundliches Haus"
Informationen zur Mehlschwalbe
Einheimische und durchziehende Vögel kennen lernen war das Thema der NABU Führung am 20.04.2014 unter der Leitung von Rainer Kühnle am "Nordsee" in Wettenberg.
15 Teilnehmer hatten sich trotz Nebel und kühlen Temperaturen am Ostersonntagmorgen um 07:30 Uhr am Waldparkplatz in Wettenberg getroffen.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es auch schon los. Zu Fuß ging es zu einer am nördlichen Teil des Wettenberger Rieds gelegenen Senke in der sich seit einigen Jahren eine offene Wasserfläche gebildet hat. Sie ist Anziehungspunkt und Rastplatz für seltenere Enten und Watvögel, die sich auf dem Durchzug ins Sommerquartier befinden. 28 verschiedene Vögel konnten während der Führung gesehen, bzw. gehört werden. Dazu zählten auch seltenere Vögel, wie die Feldlerche.
Besonders zutraulich waren einige Goldammern, die aus nächster Nähe beobachtet werden konnten.
Leider waren die Enten und Watvögel an diesem Tag etwas rar, dennoch konnten neben der Singdrossel, die immer wieder präsent war, viele bleibende Eindrücke gewonnen werden. Nach ca. 2 stündigem Lauschen und Beobachten gingen alle Teilnehmer in ein belebtes Osterwochenende.
Morgenexkursion im Burrenwald am 6. April
Als Martin Rösler vom NABU Biberach um 7 Uhr morgens die fast 30 Teilnehmer der Vogelexkursion im Burrenwald begrüßte, war das Konzert der Vogelstimmen bereits im vollen Gange. Lautstark wiederholte die Singdrossel in für sie charakteristischer Weise immer wieder die gleichen Strophen, lies die Tannenmeise ihr wizä-wizä-wizä vernehmen und machte der Kleiber durch seine dwit-dwit-dwit-Rufe auf sich aufmerksam. Und dies war erst der Anfang. Mit Buch- und Grünfink, Zaunkönig, Rotkehlchen und Zilpzalp, Kohl- und Blaumeise, Amsel und Sommergoldhähnchen, Hohl- und Ringeltaube gaben noch zahlreiche weitere Arten ihre Gesänge zum Besten. Doch was für die Gruppe ein Hörerlebnis der besonderen Art war, ist für die singenden Vogelmänner harte Arbeit, mit der sie um ein Weibchen werben oder ihr Revier gegen Artgenossen abgrenzen. Martin Rösler erläuterte anschaulich die verschiedenen Arten und ihre Lebensweisen.
Durch gekonnte Imitation lieferte er sich mit einem singenden Grauspecht einen verbalen Schlagabtausch, eher dieser sich wieder dem Trommeln zuwandte. Spechte profitieren in zunehmendem Maße davon, dass in Wäldern und Forsten wieder vermehrt tote und absterbende Bäume bestehen bleiben. Denn Totholz bietet Lebensraum und Nahrungsgrundlage nicht nur für Spechte und andere Vogelarten, sondern auch für Fledermäuse und Insekten. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg, den Konflikt zwischen der Bedeutung von Wäldern als Lebensraum für Tiere und ihrer Bedeutung als Lieferanten für Rohstoffe zu entschärfen. Die Rolle von Wäldern als Erholungsraum wurde im Laufe des Spazierganges immer wieder deutlich. Einfach mal stehen bleiben, durchatmen, den Vogelstimmen lauschen und nebenbei noch die Blütenpracht am Waldboden bewundern. Arten wie Buschwindröschen, Scharbockskraut, Veilchen und Kleines Immergrün streckten ihre Blüten dem Licht entgegen. Noch ist das möglich, doch wenn die Blätter der Laubbäume ausgetrieben sind und nur noch wenige Sonnenstrahlen den Waldboden erreichen, heißt es für die Frühjahrsblüher wieder abtauchen unter die Erde und aufs nächste Frühjahr warten. Mit vielen Eindrücken und am Ende auch ein bisschen nass vom Regen kehrte die Gruppe schließlich noch im Gasthof Burren ein, um den Morgen mit einem reichhaltigen Frühstücks-Buffet und gemütlichen Beisammensein ausklingen zu lassen.
Frühlingserwachen- unter diesem Motto stand die NABU Führung am Sonntag, 30. März. Trotz Zeitumstellung fanden sich etliche Interessierte bereits um 9 Uhr am Jordanbad ein um bei herrlichem Sonnenschein die ersten Frühligsboten zu bestaunen. Der lichte Buchenwald war voll von Buschwindröschen, und Bärlauch. Ochsenzungen, Scharbockskraut und vieles mehr blühte am Wegesrand.
Das morgendliche Vogelkonzert war noch etwas verhalten, aber mit etwas Geduld waren Zilpzalp und Kohlmeise, Buchfink und Rotkehlchen auch für das ungeübte Ohr zu hören.
Am 16. Februar machten sich bei leider etwas regnerischem Wetter zehn Teilnehmer zu einer Wasservogelexkursion an die Illerstauseen auf. Bernd Raunecker führte die Gruppe zunächst nach Kardorf zur ersten Station. Hier flog gleich zu Beginn eine Kaisergans in das Blickfeld der Beobachter, eine Art, die eigentlich nur in Alaska und mit einem kleinen Anteil der Population im Nordosten Sibiriens vorkommt.
Das recht zutrauliche Verhalten des Tieres und ein Metallring am linken Fuß deuteten darauf hin, dass es sich bei dem Vogel um ein aus einer Tierhaltung entflogenes Tier, einen sogenannten Gefangenschaftsflüchtling, handelte. Die kräftig orange gefärbten Rostgänse, die in Südosteuropa heimisch sind, stammten ursprünglich zwar auch aus Tierhaltungen, brüten bei uns inzwischen aber auch in Freiheit und ließen sich am Stausee mit mehreren Individuen gut beobachten. An weiteren Gänsearten machten die Graugänse durch lautes Geschnatter auf sich aufmerksam. Unter ihnen hielt sich auch eine Tundrasaatgans auf, die als Gast aus den Tundrengebieten Nordeuropas oder Russlands nur im Winter bei uns anzutreffen ist. Zahlreich waren die Entenarten vertreten. Mit Schnatterente, Stockente, Krickente, Tafelente, Reiherente und einer Schellente konnten die Teilnehmer sechs verschiedene Arten bewundern und sich die charakteristischen Merkmale erläutern lassen. Ergänzt wurde die Artenliste durch Höckerschwan, Kormoran, Haubentaucher, Zwergtaucher, Blässhühner und Mittelmeermöwe. Danach fuhr die Gruppe weiter an den Stausee bei Tannheim. Hier wurden im vergangenen Jahr von der ENBW auf Initiative des NABU Bad Buchau zwei Kiesinseln als neues Bruthabitat für Vögel aufgeschüttet. Nun wird mit Spannung erwartet, ob Arten wie Flussseeschwalbe oder Flussregenpfeifer, die durch Flussbegradigungen und Wegfall natürlicher Kiesbänke selten geworden sind, hier wieder ein Zuhause finden. Zwischenzeitlich werden die Inseln von Kormoranen, Mittelmeermöwen, Gänsen und Enten als Rastplatz genutzt. Die Teilnehmer konnten hier, diesmal ohne Regen und bei besserem Licht, nochmal die Unterschiede der verschiedenen Arten betrachten. Mit Pfeifente und Nilgans konnte zudem noch die Tagesliste an Arten etwas erweitert werden, bevor sich die Gruppe wieder auf den Rückweg nach Biberach machte.
Text: Nicole Sonntag
Etliche Familien machten sich am 2. Februar trotz trübem Wetter auf den Weg in den Burrenwald, um sich mit dem NABU und Herrn Plutowsky vom Kreisforstamt Biberach auf Spurensuche zu
begeben.
Leider liess der Winter sich nicht blicken, aber Spuren von tierischen Bewohnern waren dennoch finden. So zeigte Herr Plutowsky den Teilnehmern eine Borkenkäferfalle und erklärte Sinn und Funktionsweise sehr anschaulich. Einiges zu erfahren gab es auch über Spechte und Siebenschläfer. Am Ende fanden die Kinder sogar noch einige typische Waldbewohner die gut getarnt im Wald standen.
Und sollte der Winter doch noch kommen, dann kann man hier nachschauen, wer sich so alles im Schnee bewegt:
Am langen Wochenende vom 3.-6. Januar 2014 war es wieder soweit: Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) haben zum vierten Mal zur bundesweiten Stunde der Wintervögel aufgerufen. Bis zum Abend des 6. Januars haben bereits 45.300 Vogelfreunde mehr als 1,2 Millionen Vögel aus 32.000 Gärten und Parks gemeldet. Beobachtungen können noch bis einschließlich 14. Januar online gemeldet werden.
Anlässlich der Aktion bot der NABU Biberach am Sonntag, 5. Januar, eine Vogelführung rund um den Biberacher Stadtfriedhof an. Das Wetter blieb trocken, und so konnten die 40 Teilnehmer mit Stieglitz, Grünfink, Buchfink, Amsel, Rotkehlchen, Rabenkrähe, Haussperling, Kohlmeise und Blaumeise einige der Vogelarten beobachten, die im Winter bei uns ausharren. Kleiber, die auch im Winter als Paar zusammen bleiben und ein Revier verteidigen, machten durch ihre charakteristischen Rufe auf sich aufmerksam und ließen sich dabei beobachten, wie sie kopfüber an Baumstämmen entlang kletterten. Bergfinken hingegen, die nicht in Deutschland brüten, aber im Winter aus Nord- und Osteuropa zu uns kommen, ließen sich nur kurz und in sehr geringer Anzahl blicken. In einigen Jahren tritt diese Art invasionsartig und in riesigen Schwärmen bei uns auf. Zum Ende der Führung zeigten sich noch drei Gimpel im besten Sonnenlicht, das die rot gefärbte Brust des Männchens toll zum Leuchten brachte.
Text: Nicole Sonntag
Fotos: T. Jüngling
In diesem Jahr feierte die "Stunde der Gartenvögel" Jubiläum. Bereits zum zehnten Mal waren Vogelfreunde in ganz Deutschland aufgerufen, eine Stunde lang in ihrem Garten, am Balkon oder in einem
Park
die Vögel zu zählen.An dieser Stelle ein herzliches Danke schön an alle, die mitgemacht haben. Die Ergebnisse der Zählaktion finden Sie hier:
Es ist wieder soweit, der Vogel des Jahres 2014 steht fest:
Der Grünspecht
Er ist auch in und um Biberach anzutreffen. Weitere Informationen zum Grünspecht, seinem Lebensraum und seiner Verbreitung finden sie unter der Rubrik
Ein Thema, das seit einigen Wochen die Biberacher Bürger beschäftigt, sind die neuen Fledermausbrücken an der Nordwestumfahrung.
Aufgrund der besonderen nationalen und europäischen gesetzlichen Bestimmungen zum Fledermausschutz mussten besondere Schutzmaßnahmen umgesetzt werden.
Die Planer entschieden sich in einem kleinen Arbeitskreis ohne Beteiligung des NABU und anderer Naturschutzverbände für die preiswerteste Lösung, auch wenn es noch keine gesicherten Erkenntnisse gibt, ob diese Querungshilfen von den Fledermäusen überhaupt angenommen werden.
Der NABU Biberach war zu diesem Projekt im Vorfeld auch nicht um Rat gefragt oder angehört worden, da die Erkenntnis, das dort Fledermäuse in ihrem Lebensraum beeiträchtigt werden könnten, erst nach Abschluss des Anhörungsverfahrens bei der Planungsbehörde aufkam.
Versprochen ist, eine wissenschaftliche Begleitung dieses Bauprojektes durchzuführen. Die Ergebnisse des sogenannten Fledermausmonitoring werden mit Spannung erwartet. jedoch beginnt das Monitoring erst im Frühjahr 2014. Der NABU Biberach hat zu den Fledermausbrücken im Nachhinein klar Stellung bezogen: wesentlich sinnvoller und für alle Tiere geeignet wäre eine Grünbrücke, die allerdings um ein Vielfaches teurer geworden wäre, ihre Aufgabe aber mit Sicherheit hätte erfüllen können.
Wer selbst etwas zum Schutz der Fledermäuse tun möchte, findet hier weitere Informationen: