9. März Jahreshauptversammlung NABU Biberach

Foto: NABU / Martin Lang
Foto: NABU / Martin Lang

 

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Naturschutzbundes NABU nutzte Martin Rösler, 1. Vorsitzender des Vereins, die Gelegenheit, um die vielfältigen Aktivitäten der Gruppe Biberach und den großen Einsatz der ehrenamtlich aktiven Mitglieder herauszustellen. Schon seit vielen Jahren bietet der NABU alljährlich ein umfangreiches naturkundliches Programm mit Exkursionen, Vorträgen und Filmvorführungen an und führt regelmäßig Artenschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen durch. Seit einiger Zeit gehören auch verstärkt politisches Engagement und die Abgabe von naturschutzfachlichen Stellungnahmen für Bauvorhaben mit zu den Vereinstätigkeiten. „Dieser vielfältige Einsatz ist nur durch ein engagiertes Team zu bewerkstelligen, das in letzte Zeit erfreulicherweise um einige aktive Mitglieder angewachsen ist“, betonte Röser. „Doch wir können unsere Arbeit auch deshalb so erfolgreich machen, weil uns viele Naturbegeisterte mit ihrem Mitgliedsbeitrag unterstützen“, fuhr der 1. Vorsitzende fort. Über 1300 Mitglieder hat die lokale Ortsgruppe des Naturschutzbundes. Viele davon halten dem Verein schon mehrere Jahrzehnte die Treue. Dies nahm der Vorstand zum Anlass, diejenigen Mitglieder, die in diesem Jahr 20, 30 oder 40-jährige Vereinszugehörigkeit haben, mit einer Ehrennadel und Urkunde auszuzeichnen.

 

Neue Angebote im Programm

 

Nach den üblichen Vereinsregularien mit einer mehrheitlichen Entlastung des Vorstandes und der Kassenprüfung stellte Nicole Jüngling bei einem bebilderten Jahresrückblick die unterschiedlichen Aktivitäten im vergangenen Jahr dar – mehr als 25 Veranstaltungen, Artenschutzmaßnahmen und Pflegeeinsätze. Für das neue Halbjahresprogramm, das bei der Versammlung erstmals präsentiert wurde, hat die Gruppe neben bewährten Klassikern wie Biberführung oder Bird & Breakfast auch wieder einige neue Themen mit in das Programm aufgenommen. So wird es z.B. eine Exkursion zur Bestimmung heimischer Pflanzen, eine naturkundliche Morgenwanderung und eine Waldführung geben. Das neue Programm liegt ab sofort an verschiedenen Stellen in Biberach und Warthausen aus. Zudem wird man mit den NABU newsletter über alle Angebote zeitnah informiert. Informationen und Anmeldung auf der homepage www.nabu-bc.

 

Laut werden für die Natur

 

Zum Abschluss stellte Markus Ludwig die neue NABU Agrarkampagne vor. Das EU-Parlament wird in den nächsten Monaten die Weichen für die Agrarpolitik neu stellen. Der NABU setzt sich erneut für eine Agrarpolitik ein, die den Naturschutz in den Mittelpunkt stellt. Unter dem Motto „Werde laut“ kann jeder diese Forderung unterstützen und eine Sprachnachricht zum Schutz von Kiebitz, Feldhause & Co. an die EU-Abgeordneten schicken. Das Mikrofon im Smartphone oder Tablet reicht dafür aus. Informationen gibt es unter https://mitmachen.nabu.de/werdelaut.

 

3. März Vortrag "Zukunftschance essbare Wildpflanzen"

Seit Anbeginn der Menschheit vor über 2 Millionen Jahren bildeten essbare Wildpflanzen unsere Lebensgrundlage.
Erst mit der Einführung der Landwirtschaft vor einigen tausend — und vor allem im Zuge der industriellen Revolution vor etwas über hundert Jahren — ging das archaische Erfahrungswissen fast gänzlich verloren. Erst heute wird uns in zunehmender Weise dieser Verlust an Lebensqualität bewusst. Die Stiftung Essbare Wildpflanzen Parks zeigt hier zukunftsweisende Lösungen auf: In möglichst siedlungsnah gelegen Parks kann sich die Bevölkerung selbst versorgen. Darüber hinaus verstehen sich „Essbare Wildpflanzen Parks“ auch als Bildungsstätte und sozialer Treffpunkt. Hier kann das sichere Erkennen der Wildpflanzen und deren Zubereitung von fachkundigen Beratern erlernt werden. „Essbare Wildpflanzen Parks“ stehen für alle offen und dienen damit — in Anlehnung an den mittelalterlichen Allmende-Gedanken — auch dem sozialen Ausgleich. Dr. Markus Strauß zeigt in seinem Vortrag, wie essbare Wildpflanzen in unser Leben integriert und ein neuer artgerechter Umgang mit uns selbst und der Natur gefördert werden kann.

6. März Besichtigung Biomassehof Rissegg

Biomasseanlage Beispielfoto
Foto: Ingo Ludwichowski

Datum: Freitag, 6. März 2020

Uhrzeit:17 Uhr

Leitung: Michael Groh
Ort: Biberach, Rißegg, Rißegger Straße 160
Dauer: ca. 1,5 Stunden
Begrenzte Teilnehmerzahl: Anmeldung über 07351-22459
Im Biomassehof werden Garten- und Landschafts-abfälle, Pferdemist und Getreideabfälle zu Energie und Dünger verarbeitet. Der Eigentümer Herr Andreas Zell wird uns seine Anlage und die Wandlungsprozesse ausführlich erläutern. Nähere Infos zum Hof gibt es auch hier

16. Februar Wasservogelexkursion

Spiessente
Foto: NABU/I. Ludwichowski

Bei strahlendem Wetter machte sich eine Gruppe von 16 Vogel-Begeisterten unter der Führung von Bernd Raunecker auf zu den bekannten Wasservogel-Beobachtungsplätzen an der Iller. Die Iller ist zur Stromgewinnung an verschiedenen Stellen aufgestaut, und diese Stauseen sind auch ein beliebter Rastlatz für durchziehende Wasservögel aller Art. So waren alle gespannt, welche Besonderheiten mit Fernglas und Fernrohr diesmal zu entdecken seien. Gleich am ersten Ausguck bei Kardorf staunten die Exkursionsteilnehmer nicht schlecht : nach sorgfältigem Absuchen der Wasserfläche konnten 8 verschiedenen Entenarten identifiziert werden, darunter die seltenen Spießente. Außerdem gab es Rostgänse und Graugänse sowie Kormoran und Gänsesäger zu sehen. Die Frühlingsstimmung animierte die Höckerschwäne zu beginnendem Revierkämpfen. Beim anschließenden Besuch des Iller-Stausees bei Tannheim konnten die Vogelfreunde die vor einigen Jahren extra von der EnBW als Brutmöglichkeit angelegten Kiesinseln begutachten. Außerdem bot sich wieder ein schöner Blick auf verschiedene Wasservogelarten. Bei dieser Gelegenheit erklärte Bernd Raunecker auch nochmals die wichtigen Unterscheidungsmerkmale zwischen Schwimmenten ( erkenntlich am Nahrungsverhalten „Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh“ ) und Tauchenten, die wieder Name schon sagt, zur Nahrungssuche komplett unter die Wasseroberfläche abtauchen. Zum Abschluss zeigten sich in den Bäumen am Gegenufer noch zwei Silberreiher.

9. Februar "Die Wiese" Filmvorführung

Insektensterben, Volksbegehren in Bayern und Baden-Württemberg, andererseits auch Proteste von Landwirten gegen zu starke Einschränkungen ihrer Arbeit- dieses Thema prägte das Jahr 2019. Wie geht es weiter? Was ist eigentlich "Biodiversität" und woran erkennt man das Insektensterben? Gemeinsam wollen Landschaftserhaltungsverband Biberach, NABU Biberach und das Kino Traumpalast die schönen Seiten einer artenreichen Natur zeigen. Der Film "Die Wiese" vom Regisseur Jan Haft zeigt das Paradies von nebenan.

"Nirgendwo ist es so bunt, so vielfältig und so schön, wie in einer blühenden Sommerwiese. Hunderte Arten von Vögeln, Heuschrecken, Zikaden und anderen Tieren leben zwischen den Gräsern und farbenprächtig blühenden Kräutern der Wiese. Das Zusammenspiel der Arten, die Abhängigkeit der Tiere und Pflanzen voneinander, macht die Blumenwiese zu einem Kosmos, in dem es unendlich viel zu entdecken gibt. Eine faszinierende Welt, in der ein Drittel unserer Pflanzen- und Tierarten zu Hause ist.

 

  In nie gesehenen Bildern und mit großem, technischen Aufwand gedreht, stellt die Dokumentation einige der schönsten, liebenswertesten und skurrilsten Bewohner unserer Wiese vor. Die Hauptdarsteller des Filmes sind junge Reh-Zwillinge, die ein Leben zwischen Waldrand und Wiese führen und den Zuschauer mitnehmen auf ihre Abenteuer.
DIE WIESE – EIN PARADIES NEBENAN führt die Zuschauer in eine Welt, die jeder zu kennen glaubt, und die doch voller Wunder und Überraschungen steckt."

(Auszug aus der Beschreibung  https://www.diewiese-derfilm.de/%C3%BCber-den-film/)

8. Februar Vortrag BOKASHI Kompostierung

Foto: NABU/Sebastian Hennigs
Wohin mit den Obst- und Gemüseabfällen, die übrig bleiben?

Wenn die guten Vorsätze für das neue Jahr noch frisch sind und der Frühling schon in die Nähe rückt, ist der passende Zeitpunkt, sich mit der Bokashi Methode zu befassen.
Olaf Krebs und Tina Bergmann vom NABU Biberach berichteten anschaulich von Ihren Erfahrungen mit der BOKASHI Methode zur Verwertung von organischem Abfall im Haushalt. Im Laufe der letzten Jahre erprobten beide verschiedene Anwendungen von der Co2 neutralen verwertung von Küchenabfällen bis hin zur Verwertung von Rasenschnitt. Dank der freundlichen Bewirtung durch die Gartenfreunde Warthausen verbrachten die über 30 Teilnehmer einen gemütlichen und informativen Nachmittag.

Februar: Nisthilfen für den Gänsesäger

Foto: NABU/ Martin Lang
Foto: NABU/ Martin Lang

Der Gänsesäger (Mergus merganser) brauchte dringend ein neues zu Hause. In Biberach brüteten in den letzten Jahren vereinzelt Paare in der Altstadt. Das Problem dabei: die Vögel nisten in ca. 3-10 m Höhe und die Küken plumpsen dann aus der Nisthöhle ans bzw. ins Wasser. Dumm nur, wenn die Nisthöhle nicht am Wasser liegt.

Das Zimmerer-Ausbildungszentrum in Biberach hatte im Herbst für den NABU Nisthöhlen gebaut, die nun vor Beginnd er Brutsaison aufgehängt werden mussten. Entlang der Riss zwischen Königsbergallee und Eisenbahnstraße fanden sich genügend geeignete Bäume.

Die Herausforderung: Die Nistkästen sind groß und schwer, sie müssen in 2-8 m Höhe über dem Wasser angebracht werden. Also hieß es klettern und die optimale Befestigung herausfinden.

Mit Leitern, Akkuschraubern und Kletterseilen ausgerüstet konnte der NABU Biberach dank der Unterstützung etlicher Geocacher die sechs Nistkästen in kurzer Zeit auf den Bäumen anbringen. Ein herzlicher dank an dieser Stelle an alle Teilnehmer des GC CITO "Nistkasten Event" GC8F5AY und das Zimmerer-Ausbildungszentrum in Biberach.

 

Aufruf: Die Gänsesäger haben bisher irgendwo in der Altstadt gebrütet. Leider ist uns nicht bekannt wo. Sollten sie wissen, wo die Bruthöhlen sind, oder die Gänsesäger in diesem Frühjahr in der Altstadt entdecken, melden sie sich bitte bei uns per mail oder telefoisch Kontakt

10.-12. Januar Stunde der Wintervögel

NABU und LBV rufen vom 10. bis 12. Januar zum zehnten Mal zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf. Neben den „Standvögeln“, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, lassen sich auch zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa zogen.

Weitere Informationen zur Aktion finden sie hier

Ihre Beobachtungen können sie direkt hier auf unserer Webseite eintragen.

Januar 2020 Filmvorführung

In der Fortsetzung zur Naturdokumentation "Deutschlands wilde Vögel" stellt Tierfilmer Hans-Jürgen Zimmermann wieder die besten Vogelbeobachtungsgebiete vor. In seinem erweiterten Plädoyer für die Artenvielfalt werden selten vorkommende Vogelarten in ihrem wilden, sonst für das menschliche Auge unsichtbaren Leben sichtbar gemacht. Die Orte reichen vom Nebelhorn im Allgäu über den Hessischen Rheingau bis nach Helgoland, an denen Zimmermann Alpendohlen, Wasservögel, Kraniche, Weißstörche, Blaukehlchen oder Rotschenkel beobachtet, um nur einige der seltenen Arten zu nennen. Die außerordentlich langwierige Arbeit des Tierfilmers bietet so erneut einen besonderen Einblick in die Natur.